Der ModeBlob

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Da 99,9% aller Menschen angezogen besser aussehen, setzt sich Constanze Kegelbahn [während der vorlesungsfreien Zeit der Rock'n'Roll Highschool Mannheim] mit den oberflächlicheren Themen der Zeit auseinander.
Wird sie es schaffen, an der Oberfläche zu bleiben?


Für alle und für niemand. Besonders für Menschen, die im www schonmal aus Versehen in einen dieser virtuellen Kothäuflein namens "Mode-Blog" getreten sind und sich nun angewidert die Haxen sauberkratzen.

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  • Essen als Weg. Zum 34. Todestag von ELVIS PRESLEY

    Geschrieben von Hanseplatte- und PudelDevotionalienStand-Mann Gereon Klug im letzten nobistor-Newsletter. Bittesehr:

    Elvis Presley. Der King. Elvis the Pelvis.



    Nächste [Text vom 12.08.2011] Woche jährt sich sein Todestag. Eine gute Gelegenheit, über die aktuelle Elvis-Forschung zu berichten, unterschlägt doch die weitgehend genussfeindliche Holzpresse gerne die Wahrheit über die Freßsucht des Kings.



    Wir dokumentieren daher:

    Essen als Weg. Zum 34. Todestag von ELVIS PRESLEY.



    Die heimische Küche

    Elvis wurde im Winter ohne Haare und Zähne in ärmlichen Verhältnissen

    in Tupelo am Mississippi geboren. Kein Wunder, dass die karge Küche

    zuhause seine Essgewohnheiten stark prägte: Maisfladen,

    Buttermilchbrötchen und „Bratensauce ohne alles“ waren auch in

    späteren Jahren, als Elvis sich längst drei Avocadoschälmaschinen von

    Manufactum leisten konnte, für den King ein minütliches Vergnügen. Oft

    verlangte der schwerreiche Sänger aus rein nostalgischen Gründen sogar

    in die Löffel ein Loch zu machen und den Gabeln einen Zinken

    abzubrechen: „Ich will, dass es so ist wie bei uns in der Holzhütte

    damals!“, erregte er sich dann. Insofern auch kein Wunder, dass ihm

    später seine Frau Priscilla weglief: Auf Elvis` Anweisung hatten die

    Bediensteten ihr den Mund halb zugenäht.



    Butter dazu

    Eine besondere Leibspeise waren für den King die berühmten

    „Gefüllten“: Rosinenpanierter Schweinebraten im Speckmantel, gestopft

    mit ausgehöhlten Erdnüssen, die mit zerlassener Butter gefüllt sind –

    ein solches Gericht gehörte ebenso zu dieser Palette wie die

    Schokostufentorte mit Puddingmantel zu geschmälzter Zucker-Pie-

    Biscuit-Paste. Wichtig war für Elvis allein, dass seine angefaulten

    Zähne mehrere Schichten durchschlagen mussten. Psychologisch gesehen

    war Elvis ein Schichttyp, der sich mehrere Häute zulegte, um nicht

    verletzt zu werden. Bizarres Beispiel dieser Psycho-Deformation sein

    scherzhafter Spruch: “Mein Portemonnaie ist aus Zwiebelleder – immer

    wenn ich reinguck, muss ich weinen.“



    Alles doppelt

    Warum Elvis sehr gern alles doppelt aß (er vertilgte zum Beispiel

    immer mindestens zwei Spaghetti) und jedes Sandwich mindestens ein

    doppeltes, wenn nicht gar dreifaches sein musste, war in der Elvis-

    Forschung jahrelang umstritten. Die simple, aber einleuchtende Lösung:

    Der meistfotografierte Mensch seiner Zeit war ein so genanntes

    Sandwichkind, d.h. er war das mittlere der drei Kinder seiner

    geliebten Mutter Gladys. Dieses wohlige Gefühl des von allen Seiten

    Beschütztwerden spiegelte sich in seinen Essgewohnheiten wider. Und

    nicht nur da. In jedes Graceland-Stockwerk ließ er zwei Treppen

    einbauen („eine fürs Runtergehen, eine fürs Raufgehen“), Doppel-

    Verglasung aller Olivenölflaschen war Pflicht und aufs Klo ging er

    auch zweimal täglich.



    Banane als Schwanzersatz

    Durch zahllose Drogen impotent geworden, konnten auch die vielen

    Testosteron-Spritzen seine Männlichkeit ab ca. 1969 nicht mehr

    herstellen. Dennoch galt Elvis ja bis zu seinem Tod weltweit als

    unzähmbare Sexmaschine, der auf Hüftschwung jede Frau enthusiasmiert

    in die dicken Arme springen würde. Mit der Realität hatte dies nichts

    zu tun, da lief nichts mehr. Durch simple Psychomanöver versuchte

    Elvis stets seine Potenz wieder herzustellen, er aß Unmengen Bananen,

    das Phallussymbol schlechthin. Ob zermantscht im Kuchen, püriert im

    Sahnemilch-Shake oder frittiert als Abführzäpfchen, sogar ein lockerer

    Spruch fiel dem Hüftgold-King jedes Mal beim Einverleiben ein: „Heute

    mal mit Vorhaut, was Chefkoch?“, scherzte er etwa mit der Küche, wenn

    das Gericht Banane mit Schale vorsah. Aus heutiger Sicht ein Fall von

    Projektion.



    Geheimrezept

    Die Küche in Graceland war in vielerlei Hinsicht wohl das, was im

    ganzen Elvis Presley-Betrieb am besten lief: Niemals geschlossen,

    warteten 22 Köche und Diener auf die oftmals aberwitzigen

    Essenswünsche des Hausherrn. Rezept und Ingredienzien etwa des

    berühmten dreifach frittierten Sandwichs mit doppelt gestrichener

    Erdnussbutter und ausgelassener Hängebauchschwarte, das Elvis jeden

    Tag vor dem Aufwachen per Injektion in die künstliche Hüfte gespritzt

    wurde, galt als Staatsgeheimnis. Erst nach seinem Tod kam heraus,

    worin das sättigende Geheimnis bestand: Die Zwischenschicht bestand

    aus reinem Tran und nicht, wie Elvis zeitlebens dachte, aus Zwieback

    mit Mehl. Heute schmunzeln wir erleichtert über diese Finte der

    gewieften Köche.



    Essen ist spannend

    Abgekapselt und völlig abgeschirmt von der Außenwelt führte der Sänger

    im Grunde ein extrem langweiliges Leben. Ständig nur neuen Elvis-

    Nippes entwerfen und „mal aus Scheiß“ beim Pizzaservice in Vegas

    anrufen, füllte einen Mann seines Kalibers kaum aus. Kompensieren

    konnte er diese Ödnis allein durch hingebungsvolle, totale

    Verfeinerung seines Essens. So ließ er die äußeren Zwiebelringe für

    seine Burger auf andere Art als die inneren marinieren oder drehte aus

    Bock ein Kaninchen durch den Fleischwolf, um es sich als „falschen

    Hasen“ servieren zu lassen. Still vergnügt aß er dann das falsch

    deklarierte Gericht auf – allein, dass nur er um die wahren

    Bestandteile wusste, reichte dem King als Kick. Pervers ist dafür gar

    kein Ausdruck.



    Doch magersüchtig?

    Gewiss eine gewagte These, die auch nur von einer Splittergruppe der

    Elvis-Forscher vertreten wird, aber vorstellen wollen wir sie

    trotzdem: Elvis soll magersüchtig gewesen sein - die Bilder eines

    aufgedunsenen, dicken Sängers zeigten allesamt einen grotesk

    kostümierten Presley! Eigentlich so dünn wie ein in der Wüste

    geernteter Spargel schnallte sich Elvis jeden Morgen ein Spezialkostüm

    aus Echtfett und Plastikspeck um, um dem Eindruck eines

    heruntergekommenen alten Variete-Sängers zu entsprechen. Angeblich nur

    aus einer Macke geboren, jeder Erwartungshaltung zu entsprechen, quasi

    Überanpassung bzw. fehlende Fähigkeit, sich von seiner Mutter zu

    lösen. Ein Ansatz aus der Tiefenpsychologie, bei dem uns schon beim

    Abtippen ganz schwindelig wird.



    Zuerst erschienen in:

    ESSEN UND TRINKEN UND DANN WIEDER ESSEN, Juni 2011

    Getaggt: elvis presley king gereon klug pudel nobistor hanseplatte fremdtext

    Gepostet am August 23, 2011 with 3 Anmerkungen

    1. von modeblob gepostet
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