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Essen als Weg. Zum 34. Todestag von ELVIS PRESLEY
Geschrieben von Hanseplatte- und PudelDevotionalienStand-Mann Gereon Klug im letzten nobistor-Newsletter. Bittesehr:
Elvis Presley. Der King. Elvis the Pelvis.
Nächste [Text vom 12.08.2011] Woche jährt sich sein Todestag. Eine gute Gelegenheit, über die aktuelle Elvis-Forschung zu berichten, unterschlägt doch die weitgehend genussfeindliche Holzpresse gerne die Wahrheit über die Freßsucht des Kings.
Wir dokumentieren daher:
Essen als Weg. Zum 34. Todestag von ELVIS PRESLEY.
Die heimische Küche
Elvis wurde im Winter ohne Haare und Zähne in ärmlichen Verhältnissen
in Tupelo am Mississippi geboren. Kein Wunder, dass die karge Küche
zuhause seine Essgewohnheiten stark prägte: Maisfladen,
Buttermilchbrötchen und „Bratensauce ohne alles“ waren auch in
späteren Jahren, als Elvis sich längst drei Avocadoschälmaschinen von
Manufactum leisten konnte, für den King ein minütliches Vergnügen. Oft
verlangte der schwerreiche Sänger aus rein nostalgischen Gründen sogar
in die Löffel ein Loch zu machen und den Gabeln einen Zinken
abzubrechen: „Ich will, dass es so ist wie bei uns in der Holzhütte
damals!“, erregte er sich dann. Insofern auch kein Wunder, dass ihm
später seine Frau Priscilla weglief: Auf Elvis` Anweisung hatten die
Bediensteten ihr den Mund halb zugenäht.
Butter dazu
Eine besondere Leibspeise waren für den King die berühmten
„Gefüllten“: Rosinenpanierter Schweinebraten im Speckmantel, gestopft
mit ausgehöhlten Erdnüssen, die mit zerlassener Butter gefüllt sind –
ein solches Gericht gehörte ebenso zu dieser Palette wie die
Schokostufentorte mit Puddingmantel zu geschmälzter Zucker-Pie-
Biscuit-Paste. Wichtig war für Elvis allein, dass seine angefaulten
Zähne mehrere Schichten durchschlagen mussten. Psychologisch gesehen
war Elvis ein Schichttyp, der sich mehrere Häute zulegte, um nicht
verletzt zu werden. Bizarres Beispiel dieser Psycho-Deformation sein
scherzhafter Spruch: “Mein Portemonnaie ist aus Zwiebelleder – immer
wenn ich reinguck, muss ich weinen.“
Alles doppelt
Warum Elvis sehr gern alles doppelt aß (er vertilgte zum Beispiel
immer mindestens zwei Spaghetti) und jedes Sandwich mindestens ein
doppeltes, wenn nicht gar dreifaches sein musste, war in der Elvis-
Forschung jahrelang umstritten. Die simple, aber einleuchtende Lösung:
Der meistfotografierte Mensch seiner Zeit war ein so genanntes
Sandwichkind, d.h. er war das mittlere der drei Kinder seiner
geliebten Mutter Gladys. Dieses wohlige Gefühl des von allen Seiten
Beschütztwerden spiegelte sich in seinen Essgewohnheiten wider. Und
nicht nur da. In jedes Graceland-Stockwerk ließ er zwei Treppen
einbauen („eine fürs Runtergehen, eine fürs Raufgehen“), Doppel-
Verglasung aller Olivenölflaschen war Pflicht und aufs Klo ging er
auch zweimal täglich.
Banane als Schwanzersatz
Durch zahllose Drogen impotent geworden, konnten auch die vielen
Testosteron-Spritzen seine Männlichkeit ab ca. 1969 nicht mehr
herstellen. Dennoch galt Elvis ja bis zu seinem Tod weltweit als
unzähmbare Sexmaschine, der auf Hüftschwung jede Frau enthusiasmiert
in die dicken Arme springen würde. Mit der Realität hatte dies nichts
zu tun, da lief nichts mehr. Durch simple Psychomanöver versuchte
Elvis stets seine Potenz wieder herzustellen, er aß Unmengen Bananen,
das Phallussymbol schlechthin. Ob zermantscht im Kuchen, püriert im
Sahnemilch-Shake oder frittiert als Abführzäpfchen, sogar ein lockerer
Spruch fiel dem Hüftgold-King jedes Mal beim Einverleiben ein: „Heute
mal mit Vorhaut, was Chefkoch?“, scherzte er etwa mit der Küche, wenn
das Gericht Banane mit Schale vorsah. Aus heutiger Sicht ein Fall von
Projektion.
Geheimrezept
Die Küche in Graceland war in vielerlei Hinsicht wohl das, was im
ganzen Elvis Presley-Betrieb am besten lief: Niemals geschlossen,
warteten 22 Köche und Diener auf die oftmals aberwitzigen
Essenswünsche des Hausherrn. Rezept und Ingredienzien etwa des
berühmten dreifach frittierten Sandwichs mit doppelt gestrichener
Erdnussbutter und ausgelassener Hängebauchschwarte, das Elvis jeden
Tag vor dem Aufwachen per Injektion in die künstliche Hüfte gespritzt
wurde, galt als Staatsgeheimnis. Erst nach seinem Tod kam heraus,
worin das sättigende Geheimnis bestand: Die Zwischenschicht bestand
aus reinem Tran und nicht, wie Elvis zeitlebens dachte, aus Zwieback
mit Mehl. Heute schmunzeln wir erleichtert über diese Finte der
gewieften Köche.
Essen ist spannend
Abgekapselt und völlig abgeschirmt von der Außenwelt führte der Sänger
im Grunde ein extrem langweiliges Leben. Ständig nur neuen Elvis-
Nippes entwerfen und „mal aus Scheiß“ beim Pizzaservice in Vegas
anrufen, füllte einen Mann seines Kalibers kaum aus. Kompensieren
konnte er diese Ödnis allein durch hingebungsvolle, totale
Verfeinerung seines Essens. So ließ er die äußeren Zwiebelringe für
seine Burger auf andere Art als die inneren marinieren oder drehte aus
Bock ein Kaninchen durch den Fleischwolf, um es sich als „falschen
Hasen“ servieren zu lassen. Still vergnügt aß er dann das falsch
deklarierte Gericht auf – allein, dass nur er um die wahren
Bestandteile wusste, reichte dem King als Kick. Pervers ist dafür gar
kein Ausdruck.
Doch magersüchtig?
Gewiss eine gewagte These, die auch nur von einer Splittergruppe der
Elvis-Forscher vertreten wird, aber vorstellen wollen wir sie
trotzdem: Elvis soll magersüchtig gewesen sein - die Bilder eines
aufgedunsenen, dicken Sängers zeigten allesamt einen grotesk
kostümierten Presley! Eigentlich so dünn wie ein in der Wüste
geernteter Spargel schnallte sich Elvis jeden Morgen ein Spezialkostüm
aus Echtfett und Plastikspeck um, um dem Eindruck eines
heruntergekommenen alten Variete-Sängers zu entsprechen. Angeblich nur
aus einer Macke geboren, jeder Erwartungshaltung zu entsprechen, quasi
Überanpassung bzw. fehlende Fähigkeit, sich von seiner Mutter zu
lösen. Ein Ansatz aus der Tiefenpsychologie, bei dem uns schon beim
Abtippen ganz schwindelig wird.
Zuerst erschienen in:
ESSEN UND TRINKEN UND DANN WIEDER ESSEN, Juni 2011-
von modeblob gepostet
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